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Weinanbau in Galicien

Mit seiner Lage am Atlantik hat Galicien mit nicht allzu kalten Wintern und niederschlagsreichen Sommern gute Voraussetzungen für den Weinanbau. Jedoch war der Weinanbau in Galicien lange Zeit ein eher regionales Geschäft mit geringem Know-How und eher wenig Ambitionen. Umso erstaunlicher, dass in den letzten Jahren die galicische Weinkultur mit modernen Techniken im Weinberg und Keller geradezu explodiert ist.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Galicien eine der Aufsteigerregionen Spaniens, die in Insiderkreisen mittlerweile ein Begriff ist und dessen Weine als Geheimtipp gelten.

Die Rebsorte, für die Galicien traditionell berühmt ist, ist die Albariño. Sie ergibt einen extrem trockenen und dennoch fruchtigen Wein, der perfekt zu Meeresfrüchten und Krustentieren passt. Jedoch gibt es unzählige in der Weinwelt unbekannte, alte Rebsorten, die nun eine Renaissance erleben.

Sousón, Zamarrica, Albarello, Monstruosa, Bastardo ... manche dieser Namen klingen für spanische Ohren gar wie eine Beleidigung. Sie sind nicht die bekanntesten Rebsorten Spaniens, jedoch wurden sie alle bereits im ersten Jh. vor Christus in Galicien angebaut. Dominikaner und Franziskaner verwendeten sie während des Mittelalters auch weiterhin zur Herstellung von Wein. Und dies sollte noch lange Zeit so fortgeführt werden. Bis der Bürgerkrieg ausbrach, das Anbauland verlassen wurde und die Reben fast verschwanden.

Jedoch begannen vor einigen Jahren kreative Winzer mit verschiedenen alten Sorten zu experimentieren. Mittlerweile haben sich viele galicische Winzer dieser Rettungsaktion der „alten“ galicischen Trauben angeschlossen und verfolgen das ehrgeizige Ziel, sich unter den großen spanischen Weinen einen Namen zu machen.
Herkunftsbezeichnungen (D.O.) in Galicien
Die garantierte Herkunftsbezeichnung (Denominación de Origen), kurz D.O., stellt sicher, dass ein Wein innerhalb der Grenzen eines bestimmtes Anbaugebiets erzeugt wurde und den Regularien dieses Anbaugebiets entspricht. Diese Richtlinien werden vom "Instituto Nacional de Denominaciones de Origen" (INDO) verwaltet und von örtlichen Consejos Reguladores umgesetzt. Diese entsprechen in etwa den französischen ACs und erfassen die bekanntesten klassischen Weine Spaniens.

In Galicien befinden sich fünf Anbaugebiete mit D.O.-Status:
(Für weitere Infos zum Anbaugebiet bitte auf den Link klicken!)

D.O. Monterrei
D.O. Rías Baixas
D.O. Ribeira Sacra
D.O. Ribeiro
D.O. Valdeorras

Heute wirken diese Regularien in Verbindung mit dem europäischen Recht manchmal hinderlich, wenn beispielsweise ein Weinberg über die Grenzen einer D.O. hinausreicht, was einige Hersteller dazu bewogen hat, Ihren Wein als Vino de Mesa (Tischwein) zu qualifizieren, ähnlich wie das berühmte italienische Vorbild Sassicaia. Daher ist die Herkunftsbezeichnung kein verlässlicher Indikator für die Qualität eines Weins, sondern garantiert schlicht und ergreifend nur seine Herkunft.

Ein verlässliches Bewertungssystem bietet aber der bekannteste und bedeutendste Weinführer Spaniens: Guía Peñín
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